Die Kunst des Münzensägens
Bei der Anfertigung von Schmuck aus 50 Pfennig Münzen trifft das zarte Bild der knienden Eichenpflanzerin mit dem Setzling in der Hand, gezeichnet von Bildhauer Richard M. Werner, auf die kunsthandwerklichen Fähigkeiten von Karsten Schienagel. Er legt, mit viel Geschick, Geduld, speziellem Werkzeug und natürlich von Hand, die abgebildeten feinen Wurzeln, Blätter und Gesichtszüge frei, entfernt allen Hintergrund aus der Münze und erschafft so ein dreidimensionales, neues Kunstwerk im Vorhandenen.
Er selbst spricht dabei bescheiden von "Malen nach Zahlen" und möchte allen kunstbezogenen Ruhm dem Gestalter des vorgegebenen Motivs lassen. Er säge doch nur, was schon da sei.
Aber die Wirkung des fertigen Schmucks, mit dem freigestellten Bild im Rahmen der Münzen, weiterverarbeitet zu verschiedensten, edlen Accessoires, spricht für sich selbst.
Der Weg der 50 Pfennig Münze zum Schmuckstück
Eine Romanze in 5 Bildern
Alles beginnt bei der ersten Begegnung zwischen Münzensäger und Münze mit der Entscheidung "Ja, die nehm’ ich!"
Die fällt nur, wenn der Fünfziger selbst und sein Motiv gut erhalten sind.
Schon geht es auf Tuchfühlung.
Die hübsche Eichenpflanzerin hat ihr gewohntes Leben im Umlauf verlassen, wird tiefengereinigt und auf Hochglanz poliert.
Dann wird liebevoll gegraben.
Der Münzensäger bohrt vier Eingangstore für seine Säge in die 50 Pfennig Münze. Bei anderen Münzen mit sehr komplizierten Motiven können leicht hundert Löcher gebraucht werden, bis jede kleinste Fläche Hintergrund im Bild erreichbar ist. Das sind sehr, sehr viele, winzige Löcher auf kleinstem Raum.
Jetzt geht’s zur Sache.
Mit seiner Säge bewaffnet, befreit der Münzensäger sorgfältig jedes Detail des Motivs.
Hier ist echte Präzision gefragt, die Spreu trennt sich vom Weizen. Auge und Hand müssen perfekt synchronisiert sein, damit das hauchdünne Sägeblatt nicht ständig bricht und vor allem, um die Säge zehntelmillimetergenau zu führen! Nur so bleibt exakt das stehen, was auch stehen bleiben soll.
100 % Motiv, 0 % Hintergrund!
Die Weichen sind gestellt.
Wenn der Meister zuletzt die Öse einsetzt und nachpoliert, ist jede Stelle der 50 Pfennig Münze seidenglatt, die freigestellte Lady mit dem Eichensetzling besser zu erkennen als je zuvor und der Zeitpunkt der Trennung absehbar.
Ein aussergewöhnliches Schmuckstück ist entstanden und bereit, seiner neuen Bestimmung zu folgen. Bald wird es seinen Platz unter den Lieblingsaccessoires eines neuen Besitzers einnehmen.
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